Bienenpflanzen

> Säen Sie viele verschiedene einheimische und standortangepasste Blütenpflanzen aus – möglichst mit Saatgut aus biologischen Anbau oder von Wildpflanzen.

> Indem Sie früh-, mittel- und spätblühende Sorten nehmen, verlängern Sie das Blütenangebot für Bestäuber, denen es im Frühjahr und im Spätsommer oft an Nahrungsquellen fehlt.

> Vermeiden Sie Blumensorten, die gefüllt blühen (lat. flore pleno), denn sie bieten oft keinen Nektar oder Blütenstaub für die Bienen (häufig am Zusatz „fl. pl.“ zu erkennen).

Quelle: Greenpeace, Rette die Biene, Informationen und Tipps für Verbraucher

So, wie komme ich jetzt an die passenden Blütenpflanzen?

Testen wir doch einfach einmal, was das Internet so hergibt, z. B. fertige Saatmischungen wie diese hier von der Fa. Quedlinburger:

Nein, ich bin da nicht angestellt und bekomme auch keine kostenlosen Testlieferungen von dieser Firma. Ich habe einfach nach den üblichen Stichworten gesucht und habe dabei die Kleinpackungen ignoriert.

   

Bienen- und Hummelmagnet

Ein eigenartiger Name, aber man muss halt kreativ sein, um sich abzuheben: 28 Sorten blühen von Ende Juni bis Oktober

Insektentreff

Aha, eine Alternative zum Hundetreff: 25 Sorten blühen von Ende Juni bis Oktober.

Schmetterlingstreffpunkt

Du Meine Güte, da war es mit der Fantasie aber nicht weit her: 30 Sorten blühen von Ende Juni bis Oktober.

100g sind jeweils drin. Reicht also für 100 m². Da können sich einige Insekten satt essen.

Die Sorten gibt es auf einer eigene Seite.


Ein Rapsfeld im Garten – das geht auch billiger

Da sollte also für jeden etwas dabei sein. Aber da kommt auch schon die erste Frage. In vielen Bewertungsportalen kann man lesen, dass der Anteil an Raps, Senf und Phacelia so hoch ist, dass andere Blüten nicht zu sehen sind. Mit diesen Mischungen dürfte es also kein Problem geben, Raps und Senf sind nämlich nicht vorhanden. Wie viel von jeder Sorten drin ist kann man so ohne weiteres leider nicht erkennen. Auf der Webseite stehen nur die einzelnen Sorten. Auf der Verpackung muss es ausgewiesen sein (Saatgutverkehrsgesetz), aber wenn ich die in der Hand habe, ist der Paketbote längst weg und die Reklamation raubt Zeit.


Alles viel zu eng

Ein anderes Problem: es wird zu dicht gesät. Naja, wenn ich die Empfehlung auf der Verpackung lese: „1g pro Quadratmeter“, tauchen ein paar Fragezeichen auf. Wie soll ich ein Gramm feines Saatgut auf einem ganzen Quadratmeter verteilen? Ohne Hilfsmittel kann das nur schief gehen. Selbst der geübte Gärtner braucht ein paar Jahre und etliche Hektar Rasen zum Üben, um 30g pro Quadratmeter gleichmäßig mit der Hand zu säen. Was also machen? Einfach mit feinem, gut rieselfähigem Sand mischen. Schon hat man mehr Volumen in der Pranke. Am Besten weißen Sand nehmen, dann sieht man sofort, welche Stellen noch nicht gesät sind.


Das ist aber unnatürlich

25, 28 und 30 Sorten. Das ist schon mal eine Nummer. Diese Artenvielfalt kommt in der Natur auf einem Quadratmeter niemals vor, aber wir wollen ja auch keinen naturnahen Garten, sondern eine Bienenweide schaffen. Dabei geht es einfach darum, auf einer kleinen Fläche ein möglichst großes Nahrungsangebot für Insekten zu bieten. Wer Böses dabei denkt, entdeckt hier eine recht intensive Landwirtschaft, allerdings mit den besten Absichten.


Ausprobieren

Ein Bild sagt mehr, als tausend Worte. Wer kennt diese abgedroschene Phrase nicht. Hilft also nix, muss man ausprobieren und anschauen. Also, Saatgut bestellt, Beete vorbereitet und los geht’s.


Die Entwicklung werde ich den Sommer über bloggen. Los geht’s mit der Aussaat, demnächst wenn’s Frühling wird.


 

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